Stadtmarketing Traunstein begleitet den autofreien Sonntag mit einem Kreuzworträtsel

Traunsteiner Tagblatt


 

Autofreier Sonntag: Nur ein bescheidenes Zeichen für den Klimaschutz

 

Nur mäßig erfolgreich war der »autofreie Sonntag«, den die Stadt und das Klimabündnis Traunstein anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche veranstalteten. Sehr wenige Neugierige kamen in die Traunsteiner Innenstadt, um sich zu informieren oder aktiv daran teilzunehmen. Diejenigen, die sich mit einer Aktion oder einem Informationsstand beteiligten, suchten die Erklärung überwiegend im ungemütlich kalten Wetter.

 

 

 

Die Stadt Traunstein hatte aufgrund der Wettervorhersage bereits im Vorfeld reagiert und den Gottesdienst im Freien mit Stadtpfarrer Georg Lindl und Pfarrer Sebastian Stahl in die Stadtpfarrkirche St. Oswald verlegt. Auch zur offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Manfred Kösterke versammelten sich nur wenige unter dem schützenden Dach des Rathauses in der »Alten Wache«. Kösterke lobte die Initiatoren dafür, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie Mobilität zukunftsfähig und umweltfreundlich gestaltet werden könne. Für ihn und die Stadt Traunstein sei das Mitmachen selbstverständlich gewesen. »Auch wenn wir uns darüber im Klaren sein müssen, dass wir mit der Sperrung der Bahnhofstraße und des Stadtplatzes für einen Tag im Jahr nicht zur entscheidenden Vermeidung von Verkehr beitragen und auch keine wesentliche CO2-Einsparung erreichen. Aber wir setzen ein Zeichen für den Klimaschutz.« Für die Stadt bedeute Klimaschutz eine Herausforderung und permanente Aufgabe, zu der sie sich schon 1999 mit der Einrichtung der Agenda-Arbeitsgruppen und der Einstellung eines Um-welt- und Klimaschutzbeauftragten bekannt haben.
Spannungsfeld
»Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aber die Politik weder auf kommunaler noch auf übergeordneter Ebene alleine bewältigen kann. Auch die Bürger und Verbraucher sind aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten.« Umgekehrt müsse die Politik in ihren Entscheidungen auch die Bedürfnisse und Forderungen der Bürger berücksichtigen. Dies gelte besonders in der Verkehrspolitik in einer ländlich geprägten Region, in der die meisten Menschen auf das Auto angewiesen seien. Gerade dort sei Mobilität notwendig, weil sie Lebensqualität bedeute. Eine leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur und der Schutz des Klimas seien das Spannungsfeld, in dem sich die Verkehrspolitik der Stadt bewege. »Um die notwendigen CO2-Minderungen zu erreichen, müssen wir in Zukunft anders mobil sein als heute«, so Kösterke.
Wie dies aussehen könnte, machten zum Beispiel der Radsportverein (RSV) Traunstein oder der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) auf dem Stadtplatz deutlich: mehr auf das Fahrrad umsteigen. Am Stand des RSV konnte jeder um die Wette radeln. Der Verein hatte Sponsoren gefunden, die pro geradeltem Kilometer einen Euro spendierten. Auf diese Weise wollten die Verantwortlichen bis zum Ende der Veranstaltung 1000 Euro für die Lebenshilfe zusammen bekommen, die sich ebenfalls mit einem Stand vorstellte. Der ADFC informierte über Verkehrssicherheit mit dem Fahrrad und lud zu einer Radltour zum Chiemsee ein. Im Eingangsbereich des Radhauses präsentierten sich die Tourist-Information der Stadt und die Stadtmarketing GmbH.
Wer Zeit und Lust hatte, der konnte an einer Kirchenführung, einem Kulturspaziergang oder einer Kräuterwanderung teilnehmen. Hinaus in die Natur führte auch eine Wanderung der Naturfreunde in den Bürgerwald. In der Bahnhofstraße standen die Helfer von Bund Naturschutz und Forum Ökologie mit ihren Informationsständen ziemlich einsam auf weiter Flur, denn auf der gesperrten Bahnhofstraße war weit und breit kein Skateboarder oder Inlineskater zu sehen. Zumindest der Winkler-Sepp und sein Co-Kutscher »Moasei« kamen gelegentlich mit der Kutsche vom Hofbräuhaus vorbei, um den Mitfahrern zu zeigen, wie die Bahnhofstraße ohne Autoverkehr ausschaut.

Traunsteiner Tagblatt vom 28.09.2010

 

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