Mit Papst und Lebensart zu mehr Touristen

Die Liste hatte die Gruppe bei ihrem ersten Arbeitstreffen vor einem Monat erarbeitet. Nun lautete die Aufgabe, sich auf die Hauptpunkte für ein Leitbild zu einigen.

 

Oberbürgermeister Manfred Kösterke betonte, dass man sich dabei auf die wichtigsten Stärken der Stadt konzentrieren sollte: „Je weiter wir uns verzetteln, desto schwerer wird eine punktuelle Werbung.“ Es sei wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, das Traunstein von anderen Orten unterscheide. Dabei dürfe man nicht den ersten Schritt vor dem zweiten gehen, sondern müsse vor der Frage nach den Maßnahmen zunächst ein klares Ziel formulieren.

 

Unter anderem haben sich Vertreter der heimischen Gastronomie, der Brauereien, des Traunsteiner Stadtrates und der Werbegemeinschaft bereit erklärt, am Tourismus-Leitbild mitzuarbeiten. Seine Erfahrung brachte dieses Mal auch der neue Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus, Michael Lücke, ein. „Wir müssen Traunstein durch die Brille des Gastes sehen“, so Lücke. Bei seinem ersten Besuch seien ihm als Norddeutscher vor allem die historische Altstadt, die ehemaligen Wirkungsstätten von Papst Benedikt XVI. und die bayerische Lebensart mit den Biergärten und den Brauereien aufgefallen. Auf den Vorschlag eines Workshop-Teilnehmers, sich bei der touristischen Vermarktung auf die Punkte Kultur, Freizeit und Sport zu konzentrieren, warnte Lücke davor, in einem Leitbild mit zu allgemeinen Begriffen zu arbeiten. Stadtmarketing-Koordinator Jürgen Pieperhoff machte deutlich, dass es auf langfristige Ziele und Strategien ankomme. „Wir reden hier von zehn Jahren oder mehr“, sagte Pieperhoff.

 

Die Leiterin des Sachgebiets Tourismus im Rathaus, Eva Schneider, berichtete von den geplanten Schildern am Ortseingang von Traunstein, mit denen die Stadt ihre Besucher künftig willkommen heißen möchte. „Unsere Gäste sollen sich eingeladen fühlen“, sagte Frau Schneider. Für das Leitbild machte sie den Vorschlag, sich am bestehenden Motto „Herz des Chiemgaus“ zu orientieren. „Eigentlich haben wir das Leitbild bereits. Dieser Slogan muss nur noch mit Inhalten gefüllt werden.“

 

Welche Inhalte das sein sollen, wurde mit einer Umfrage beantwortet, bei der jeder Teilnehmer drei Schwerpunktthemen nennen durfte. Bei der Auswertung zeigte sich, dass Papst Benedikt XVI. mit zehn Nennungen den Spitzenplatz einnimmt. Die anderen Punkte wie Kultur, Einkaufen und Brauereien wurden auf Vorschlag des Oberbürgermeisters zu dem Thema „bayerische Lebensart“ unter dem Arbeitstitel „lebendiges historisches Herz des Chiemgaus“ zusammengefasst. Bei der nächsten Sitzung in einem Monat werden die Teilnehmer in zwei Gruppen versuchen, für jeden der beiden Hauptpunkte eine Zielvorgabe und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten.

 

 

Niko Oberkandler

Pressereferent der Stadt Traunstein