Fachtagung der bayerischen Citymanager in Donauwörth

Über 20 Citymanager aus ganz Bayern kamen zur Fachtagung des  Berufsverbands City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS e.V.) nach Donauwörth. In zwei Fachvorträgen wurde der Umgang mit „Social Media“ im City- und Stadtmarketing, sowie die Nutzung von „Freiem WLAN“ in der Stadt behandelt. Wichtigstes Element der viermal im Jahr stattfinden Tagungen ist der Erfahrungsaustausch. Aus aktuellem Anlass diskutierten die Praktiker intensiv über Probleme bei der Planungssicherheit verkaufsoffener Sonntage oder die leidigen Erfahrungen bei der Genehmigung von Sonderöffnungszeiten unter der Woche, den bekannten Shoppingnächten.

Oberbürgermeister Armin Neudert begrüßte die Gäste im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Dabei wies er auf die große Bedeutung von Innenstädten hin, für die gut funktionierende  Citymarketing-Organisationen in Kooperation mit Verwaltung und Politik unabdingbar sind.

Bei den Fachtagungen schon zur Tradition geworden ist die Vorstellung der jeweiligen Gastgeberorganisation. Christiane Kickum erläuterte als geschäftsführende Vorsitzende der CID eindrucksvoll Aufgaben und Struktur der City Initiative Donauwörth.

Fachvorträge

Die beiden Fachvorträge griffen Themen auf, die in heute in jeder Kommune unabhängig von ihrer Einwohnerzahl aktuelles Tagesgespräch sind.

„Wie kann man Social Media – Facebook, Instagram und Co für das Citymarketing nutzen“ war der Inhalt des interessanten Vortrags von Christian Wolff, User Centered Strategy GmbH.  Aufgezeigt wurden hier z.B. Praxisbeispiele aus Erlangen.

Mit den Erfahrungen aus Rothenburg o.d.T über Freies WLAN durch Freifunk schloss Alexander Baß vom Stadtmarketing Rothenburg den offiziellen Teil der Veranstaltung.

 

 

Erfahrungsaustausch zum verkaufsoffenen Sonntag

In Bayern sind Einkaufssonntage viermal pro Jahr aus Anlass von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen zulässig (§14 LadSchlG) und werden durch die Kommune in einer Rechtsverordnung freigegeben. Wurde die Rechtsverordnung erlassen, bestand bei den Veranstaltern unter Einhaltung der gängigen Regeln bisher Planungssicherheit.

Die aktuellen Urteile des Bundesverwaltungsgericht Leipzig im Fall Eching und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs im Fall München haben zu einer große Verunsicherung bei den Organisatoren verkaufsoffener Sonntage geführt. Aufgrund der Normenkontrollklage der Gewerkschaft Verdi wurde in beiden Fällen die Rechtsverordnung gekippt und die Einkaufssonntage kurzfristig verboten. D. h. für die Organisatoren, dass sie sich auch bei bestehenden Rechtsverordnungen nicht mehr darauf verlassen können die Einkaufssonntage auch durchführen zu können, da immer die Gefahr einer Klage durch Verdi besteht. Einige Kommunen nehmen Anträge für 2017 ff. nicht mehr an, da auch die Ordnungsämter und Kommunalvertreter verunsichert sind. Klaus Stieringer, Vorsitzender des Berufsverbandes dazu: „ Es kann nicht sein, dass wir die wichtigsten Veranstaltungen für Handel, Gäste und Bürger nicht ohne Risiko planen können. Planungsunsicherheit ist nicht nur Gift für die Organisatoren, sondern insbesondere für die zahlreichen Sponsoren und Unterstützer von verkaufsoffenen Sonntagen“. Handel, Gastronomie und Dienstleistungsunternehmen  in unseren Innenstädten machen aktuell schwere Zeiten durch. Da ist es unzumutbar, dass durch den Wegfall der umsatzstarken Sonntage eine weitere Bedrohung unser Städte entsteht. Denn Handel ist dabei das „Salz in der Suppe“, das Leben in die Ortskerne bringt.

„Bayern braucht endlich ein modernes Ladenschlussgesetz, das alle aktuellen Ansprüche aufnimmt und allen Planungs- und Rechtssicherheit bietet“, so Christiane Kickum, stellvertretende Vorsitzende des AKCS e.V. und Citymanagerin von Donauwörth.  Seit der Föderalismusreform 2006 hat Bayern lediglich das alte Bundesrecht hierzu in Landesrecht überführt. Alle anderen Bundesländer haben die Chance genutzt und  ihre Gesetzlichen Grundlagen zur Ladenöffnung überarbeitet.

Eine „Stadtführung mal anders“ durch Tourismuschefin Ulrike Steger hat zum Abschluss der Veranstaltung einen bleibenden sympathischen Eindruck von Donauwörth hinterlassen.

Hintergrund:

Der Aktionskreis City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS) ist ein Zusammenschluss von über 55 Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen City- und Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Tourismus- und Regionalmarketing. Der Verein betreibt Lobbyarbeit z.B. in den zuständigen Ministerien, bei den Landtagsfraktionen oder anderen Verbänden. Einmal pro Quartal findet eine Tagung zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung statt.