Ältere Menschen kaufen in Traunstein ein

Pieperhoff bezeichnete die Kaufkraft der Senioren in Traunstein als sehr gut, zudem haben die älteren Kunden die größte Ortsbindung, weil sie ihr Geld zumeist in der Stadt ausgeben, weil der Traunsteiner Einzelhandel ein gutes Angebot in meist noch inhabergeführten mittelständischen Betrieben aufweisen kann. Diese Zielgruppe sei wichtig für den Einzelhandel in der Stadt. Auf die Frage von Georg Mayer nach einheitlichen Öffnungszeiten meinte Pieperhoff, eine Mittagsöffnung müsste möglich sein, doch seien einheitliche Öffnungszeiten wegen der unterschiedlichen Struktur der Betriebe schwer durchzusetzen.

Die zunehmenden Anglizismen wie „light“ und zu klein gedruckte Angaben wie z.B. des Mindesthaltbarkeitsdatums seien für viele Ältere ein Problem, erläuterte Bödeker. Senioren brauchen oft kleinere Packungsgrößen, die es inzwischen immer häufiger gebe, doch nicht in jedem Sortiment vorhanden seien. Otto Blaß verwies auf die neue EU-Verordnung, wonach die Verpackungsgrößen weniger genormt sind. Er befürchtet, dass der Inhalt zwar weniger, jedoch der Preis gleich bleibt. Die Themen Sitzgelegenheiten in den Läden und Kundentoiletten nahmen in der Gesprächsrunde einen großen Raum ein. Pieperhoff erläuterte, dass bei der Verleihung des „Goldenen Lindls“ eine Sitzgelegenheit für Kunden als Prüfstein eine Rolle spielt. In älteren Geschäften gibt es schon von den Räumlichkeiten oft keine Möglichkeit, Kundentoiletten anzubieten, während es bei Neubauten deutliche Kostenfaktoren seien. OB Manfred Kösterke will sich für die bessere Beschilderung der Kundentoiletten einsetzen. Nach dem Gesetz müssen sie erst ab einer bestimmten Betriebsgröße eingerichtet werden. Er kündigte an, dass für die öffentlichen Toiletten in Traunstein die Gebühren vereinheitlicht werden sollen. Die Anlage am Maxplatz soll im nächsten Jahr umgebaut und ebenerdig werden. Die Bahn AG will eine Übernahme der Toilette durch die Stadt erreichen. Der Oberbürgermeister wies auf die hohen Kosten des Baues und des laufenden Unterhalts hin.

Die kleineren Nachbarschaftsläden in Wohngebieten haben ab einer bestimmten Größe und Kundendienstbereitschaft wieder eine größere Chance, erläuterten die Experten. Dabei spielt die Hauszustellung eine große Rolle. Auch in Traunstein gibt es Läden für den täglichen Bedarf, die den Kunden die Waren ins Haus zustellen. Nach Meinung der Teilnehmer wird dies in Zukunft eine große Bedeutung haben. In der Diskussion ergab sich die Meinung, dass ein Mindest-Warenwert der Lieferung zu Grunde liegen müsse.

Bei der Sitzung war auch der innerstädtische Busverkehr von Bedeutung.
Rosi Hoheisel und Elli Prohaska fragten nach einer Buslinie in den Ortsteil Wolkersdorf, wobei die Anbindung der Traunstorfer Straße/Stephanstraße angefahren werden sollte. Dazu der OB Manfred
Kösterke: Die Stadt führt ständig Gespräche mit dem Busunternehmer RVO.
Wichtig für die Planung ist der regelmäßige Abfahrtstakt (z.B. jede volle Stunde) und eine Annahme der Bewohner. Man könne keine Änderung erwarten, wenn an den geforderten Haltestellen dann keiner zusteigt.
Dieter Reichenau kündigte an, dass der Seniorenbeirat in einer der nächsten Sitzungen ein Gespräch mit einem Vertreter des RVO führen werde.

Weitere Themen waren das neue Informationsblatt über die Arbeit des Seniorenbeirats sowie Missstände bei der Altenpflege, die Ernst Holl vortrug. Jutta Bräutigam regte an, noch deutlicher zu machen, dass es sich auch bei der Schiebespur vom Wochinger Spitz zum Schwimmbadsteg um einen reinen Fußweg handelt. Es entstünden gefährliche Situationen, wenn Radfahrer dort hinunter fahren. Dr. Brigitte Grimm bemängelte, dass viele Sitzbänke viel zu niedrig für Körperbehinderte sind. Beim Wanderweg Nr.6 (Empfing, Weinleite, Ettendorf) müssten die Stufen erneuert werden, weil sie so ausgewaschen seien, meinte Ludwig Bauer.
Die Seniorenreferentin des Stadtrats, Ingrid Bödeker, regte an, die Stufen an der Apothekerstiege wieder mit einer weißen Begrenzungslinie deutlicher zu kennzeichnen. Der Oberbürgermeister sagte zu, die Anregungen zu prüfen und nach Möglichkeit Abhilfe zu schaffen.